Historische Trompetenmundstücke

Unsere historischen Trompetenmundstücke reichen von der Renaissance bis zur Romantik und bilden damit die gesamte Vielfalt des historischen Instrumentariums ab. Wir bieten sowohl Serien, die im Hinblick auf Randform, Kesseldurchmesser und -tiefe, aber auch Schaftlänge und Kontur der Rückbohrung variiert wurden, damit jeder das für ihn passende Mundstück finden kann. Auf der anderen Seite bieten wir auch exakte Kopien damals gebräuchlicher Mundstücke, die ihren Einsatz auf den Instrumenten der jeweiligen Periode fanden, wie bspw. lochlose Naturtrompeten, Klappen- oder Inventionstrompeten.  

S-Serie

Salzburg

Durch ihren dunklen, feinen und sehr farbreichen Ton sind diese Mundstücke sehr gut geeignet für die 3-Loch-Kurztrompete und die 4-Loch-Langtrompete.

Die meisten dieser Mundstücke gibt es sowohl mit flachem als auch mit rundem Rand, so dass auch Einsteiger, bzw. Musiker, die oft zwischen moderner und historischer Trompete wechseln, etwas Passendes finden können.

Den Mundstücken der Salzburg-Serie liegt ein Original zugrunde, das sich im Salzburger Museum Carolino Augusteum befindet. Auf Anregung von Dr. Edward H. Tarr wurde es kopiert und in Zusammenarbeit mit ihm wurden auch die meisten anderen Modelle dieser Serie entwickelt.

BL-Serie

Bull

Mit ihrem hellen, brillanten Klang und grossen Ziehbereich sind diese Mundstücke hervorragend geeignet für das Spielen auf lochlosen Langtrompeten. Trotz ihrer grossen Kesseldurchmesser wird das hohe Register gut unterstützt.

Diese Mundstückserie bezieht sich auf ein Original, welches sich im London Museum auf einer Trompete von William Bull (aktiv ca. 1671 – 1712) befindet. Es wurde von Eric Halfpenny vermessen, und in seiner Publikation in “The Galpin Society Journal XX (März 1967)”, bezeichnet er es unter Zeichnung und Beschreibung „G“ als Mundstück „William Bull Nr. 2, brass“.

Nach neueren Erkenntnissen stammt das Mundstück zwar wahrscheinlich aus dieser Zeit (Vermutung Jean-François Madeuf), es könnte aber von einem anderen Hersteller sein. Da historische Mundstücke selten signiert sind, und die Sachlage unklar ist, bleiben wir bei der gängigen Methode, das Mundstück nach dem Instrument zu benennen, auf dem es steckt. Die BL-Modelle sind in enger Zusammenarbeit mit Jean-François Madeuf entstanden.

SI-Serie

Salzburg/Immer

Die SI-Mundstücke sind im Klang etwas heller und brillanter als die Salzburger Mundstücke. Sie haben eine flexible Ansprache und unterstützen somit die Modulation des Tones sehr gut.

Diese Serie basiert auf den Salzburger Modellen (S-Serie) und ist in Zusammenarbeit mit Friedemann Immer nach seinen Vorstellungen entstanden. Er sagt dazu: „Meine Erfahrungen haben gezeigt, dass mit einem solchen Mundstück das Spielen in jeder Lage, sowohl in der extremen Tiefe (G und C, 2. und 3. Naturton) als auch in der extremen Höhe (bis zum e´´´ und höher, 20. Naturton) verbessert wird. Eine große dynamische Bandbreite vom pp bis zum ff ist ebenfalls möglich.“

Die OPT-Mundstücke sind extra kurz. Ihre Bohrungsdurchmesser wurden rechnerisch optimiert. Sie haben eine präzise, schnelle und flexible Ansprache, der modernen Trompete sehr ähnlich. Daher ist ein schneller und einfacher Wechsel zur modernen Trompete bei Beibehaltung des historischen Klangs möglich.

ST-Serie

Tarr

Die Mundstücke der ST-Serie produzieren einen hellen Klang und sind sowohl für die 3-Loch als auch die 4-Loch-Trompeten gut geeignet. Besonders zu empfehlen sind sie Trompetern, die auf ihrer modernen Trompete eine ähnliche Größe verwenden und die ein Mundstück suchen, das in Bezug auf Randform und Kesseltiefe einem modernen Mundstück nahe kommt. Dadurch wird das Umsteigen von der Ventil- auf die Barocktrompete erleichtert.

Diese Serie bezieht sich auf ein englisches Mundstück aus der Zeit um 1800, wahrscheinlich von Pace, aus dem Besitz von Dr. Edward H. Tarr (ex Joseph Wheeler, London). Der Corpus des Originalmundstücks ist aus Messing und hat einen silbernen Rand aufgelötet, was bei vielen historischen Mundstücken aus England anzutreffen ist. Tarr hat 1980-82 auf dem Originalmundstück geblasen, es aber zu Gunsten einer Egger-Kopie aufgegeben, weil der Kessel des Originals so tief ist, dass das Spiel in den hohen Lagen, vor allem in D-Dur, sehr anstrengend war. Um das auszugleichen fertigen wir unsere Kopien mit einem flacheren Kessel. Die Randform des Originalmundstückes ist leicht gerundet und einem modernen Rand ähnlich. Sein Innendurchmesser entspricht in etwa dem eines Vincent Bach 1 1/2 C.

MZ-Serie

Madeuf/Zimmermann

Alle MZ-Modelle weisen eine ausgeprägte Zentrierung und Führung der Töne in der Mittellage aus. Mit ihrem hellen, brillanten Klang und grossen Ziehbereich sind diese Mundstücke hervorragend für das Spielen auf lochlosen Langtrompeten geeignet.

Auf Anregung von Jean-François Madeuf und in Zusammenarbeit mit ihm, sowie mit Julian Zimmermann, wurde diese Mundstückserie entwickelt. Die Bull-Modelle dienten als Basis für das Konzept dieser, einer historischen Mensur nachempfundenen Mundstücke. Sie sind als Ergänzung zur Bull-Serie gedacht und nur mit flachem Rand erhältlich.

B-Serie

Bauguess

Die Mundstücke der B-Serie haben einen kleinen Kesseldurchmesser, dafür aber einen eher tiefen Kessel. Sie sind mit flachem Rand ausgestattet.

Die Serie wurde auf Anregung von Barry Bauguess entwickelt, mit dem Ziel Trompetern zu dienen, die sonst eher kleine Mundstücke gewöhnt sind.

R-Serie

Renaissance

Die R-Serie fasst zwei Renaissance Mundstücktypen zusammen, die Mundstücke RES, REM, REB sowie die Mundstücke RB-1 (20, bzw. 24 mm).

Die Mundstücke RES, REM, REB sind angelehnt an verschiedene Originale der Renaissance, unter anderem von Anton Schnitzer. Sie sind sehr kurz gebaut, verfügen über keine integrierte Rückbohrung. Sie sind unter anderem ideal für tiefe Prinzipalstimmen geeignet und passen sehr gut zu der Renaissance Naturtrompete nach Michael Nagel.

Die Mundstücke RB-1 sind auf Basis eines Originals von Guitbert entstanden. Dieses fertigen wir originalgetreu aus Blech. Für Musiker, die grössere Mundstücke gewohnt sind gibt es dies auch in einer Ausführung mit einem Innendurchmesser von 24 mm. Dieses Mundstück empfehlen wir zur Renaissance Zugtrompete.

KNE

Klappentrompeten-Mundstück nach Andreas Nemetz

Dieses Modell ist eine Kopie eines in der „Allgemeinen Trompetenschule“ von Andreas Nemetz (1799-1846) abgebildeten Mundstückes aus dem Jahre 1827. Es hat einen hellen, aber nicht scharfen Klang und ist sehr gut geeignet für die Klappentrompete.

KEH

Früh-Klassisches Trompetenmundstück nach Ernst Johann Conrad Haas

Das Orginalmundstück zu dieser Kopie wurde uns auf Anregung von Friedemann Immer und Jaroslav Roucek von Martin Schmid, von Spaeth/Schmid Blechbläsernoten zur Verfügung gestellt. Es ist von Ernst Johann Conrad Haas (Instrumentenmacher von 1748 bis 1792), dem Sohn von Johann Wilhelm Haas, und somit ein frühes klassisches Mundstück, das auch noch barocke Elemente, wie z.B. die bauchige Kesselform, beinhaltet. Durch die erstaunlich grosse Bohrung verhält sich dieses ansonsten eher kleine Mundstück wie eines mit einem grossen Kessel. Friedemann sagt, er habe noch nie ein Mundstück gespielt, das eine so grosse Bohrung hat und dennoch in der hohen Lage so gut anspricht. Es eignet sich gut für alle Arten von Lang- und Inventionstrompeten.

KSE/KSB

Klassische Trompetenmundstücke nach Michael Saurle

Von Michael Saurle (1801-1862) in München sind die Vorlagen für diese beiden Mundstücke. Wir haben sie auf Initiative von Jean-François Madeuf und seinen Studenten von der Schola Cantorum Basiliensis kopiert. Beide haben einen V-förmigen Kessel, der ihnen einen eher weichen Ton verleiht. Das Original vom KSE-4 befindet sich im Museum in Edinburgh (Edinburgh University Collection). Es ist gut geeignet für hohe Trompete (1.Stimme). Das Original vom KSB-4 befindet sich im Musikmuseum in Basel. Es eignet sich besonders für tiefe Trompete (2. Stimme). Das Mundstück KSE-6 wurde von uns verkleinert. Alle KS-Mundstücke sind für alle Arten von Klassischen Trompeten geeignet.

KFG

Klassisches Trompetenmundstück nach Carl Benjamin Flemming

Von Ute Hartwich und Henry Moderlak kam der Wunsch, dieses Mundstück von Carl Benjamin Flemming, 1792 aus Dresden, zu kopieren. Das Original ist im Besitz der Evangelischen Kirchengemeinde Grosshartmannsdorf bei Freiberg in Sachsen/ Deutschland. Es hat einen grossen, hellen Klang, einen schnellen Tonbeginn, ist sehr flexibel und funktioniert sehr gut in der Höhe. Wir empfehlen es für Langtrompeten und Inventionstrompeten.

ROC

Romantisches Trompetenmundstück nach Antoine Courtois

Im Rahmen unseres Courtois F-Pumpventil-/ Inventionstrompeten-Projektes stiessen wir auf dieses Mundstück von Antoine Courtois, ca. 1860 in Paris. Es stammt aus der Sammlung von Bruno Kampmann aus Paris. Mit seinem grossen vollen Ton und seiner Flexibilität passt es zu allen romantischen französischen Trompeten und ist sowohl für die Höhe, als auch für die Tiefe gut geeignet.

TF

Mundstück für Drehventil Tief-F Trompete​

Das TF ist ein Mundstück mit einem sehr tiefen, V-förmigen Kessel und ist ausgelegt für großvolumige, tiefe Drehventiltrompete. Damit ist es unter anderem sehr gut geeignet für unsere  Drehventil Trompete nach Václav František Červený, Königgrätz 1878.